Interview mit Christian Wueck

Kategorie : Fussball Interview, Interviews, fussball tipps

„Die Spieler müssen Spaß an ihrem Job haben, dann können sie auch als Team Erfolg haben.“

Liebe Leser,
heute könnt Ihr euch über etwas ganz Besonderes freuen. Ein Interview mit dem Ex-Profi und derzeitigen Fussballtrainer . Er gehört noch heute unter die Top 5 der jüngsten Bundesligaspieler aller Zeiten. Mit gerade einmal 17 Jahren und 133 Tagen bestritt er 1990 sein Debüt in der 1. Bundesliga für den 1. FC Nürnberg. Seine Laufbahn endete im Jahr 2002 beim DSC Arminia Bielefeld. Heute arbeitet er als Trainer. Von 2007 bis 2009 war er u.a. Cheftrainer bei Rot Weiss Ahlen und stieg noch in der selben Saison mit dem Verein in die 2. Bundesliga auf. Freuen wir uns also auf ein spannendes Interview, natürlich mit dem Thema: Erfolg im Fussball….

Zur Person

Name:
Alter: 37 Jahre
Profi seit: 1990
Karriereende: 2002

Vereine:
1990-1994 1.FC Nürnberg
1994-1999 Karlsruher SC
1999-2000 Vfl Wolfsburg
2000-2002 Arminia Bielefeld

Nationalmannschaft:
1992-1995 Deutschland U21

Position: Mittelfeld, Angriff

derzeitiger Beruf: Trainer

Stationen als Trainer:
2005-2006 SV Enger-Westerenger
2007-2009 Rot Weiss Ahlen
2009-2010 Holstein Kiel

Das Interview

Wann und wo haben Sie angefangen mit dem Fussballspielen?
Seit ich denken kann war der Ball bei mir immer mit dabei. Im Verein habe ich mit 6 Jahren angefangen zu spielen. Ich komme aus einem kleinen fränkischen Dorf, in dem der Fußballverein immer im Mittelpunkt für mich stand.

Wie sind Sie letztendlich Fussballprofi geworden und wie kam es vor allem dazu, dass Sie bereits mit 17 Jahren Ihr erstes Bundesligaspiel bestreiten durften?
Ich bin mit 15 Jahren in die B-Jugend des 1. FC Nürnberg gewechselt. Ich hatte dann den Vorteil, dass mein A-Jugendtrainer gleichzeitig Co-Trainer der Profimannschaft beim Club war. So war die Verzahnung zwischen Jugend und Profiteam sehr eng. Willi Entenmann hat mir dann sehr schnell die Möglichkeit gegeben bei den Profis mitzutrainieren.

Was haben Sie in Ihrer Jugendzeit alles dafür getan, um es später einmal in den Profifussball zu schaffen?
Es war nie ein Ziel von mir in der Bundesliga zu spielen. Das erschien mir viel zu abwegig um überhaupt darüber nachzudenken. Ich war immer sehr ehrgeizig und hatte vor allen Dingen unheimlich viel Spaß beim Fußballspielen. Dieser Ehrgeiz und auch viel Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten, ohne mich dabei zu überschätzen, haben mir unheimlich geholfen dann meinen Weg zu gehen.

Was ist Ihrer Meinung nach in der heutigen Zeit besonders wichtig um entdeckt zu werden?
Gute Leistungen abliefern, sowohl individuell, als auch als Teamplayer. Mittlerweile sind bei vielen Spielen, auch in unteren Klassen, schon Scouts vertreten um den ein oder anderen Spieler zu „entdecken“. Hierbei wird natürlich auf die Fähigkeiten des Einzelnen geachtet wie Technik, Schnelligkeit, Auffassungsgabe, Taktik… aber genauso wichtig für die Scouts der Vereine ist es zu sehen, wie der Spieler sich ins Mannschaftsgefüge eingliedert. Führt er das Team, hilft er seinen Mitspielern, wie weit ist er schon in seiner Entwicklung…

Sie mussten in Ihrer Fussballkarriere einige Rückschläge verkraften (Verletzungen etc.). Wie haben Sie es geschafft immer wieder aufzustehen und weiter zu machen?
Ich habe es in einer anderen Frage schon erwähnt. Fußball machte mir schon immer unheimlich viel Spaß. Auch, oder besonders während einer Verletzung war mein Ziel so schnell als möglich wieder auf dem Platz gegen das runde Leder zu treten.

Wie schafften Sie es trotz des vielen Trainings kreativ zu bleiben und den Spaß am Fussball nicht zu verlieren?
Man muß sich als Trainer immer mal wieder eine Abwechslung für seine Spieler einfallen lassen. Ich schaue gerne bei anderen Sportarten etwas ab. Mit RW Ahlen sind wir in der Wintervorbereitung zum Beispiel ins Langlauftrainingslager nach Österreich gefahren um unsere Kondition zu verbessern. Die Spieler müssen Spaß an ihrem Job haben, dann können sie auch als Team Erfolg haben.

Welches sind die, Ihrer Meinung nach, wichtigsten 7 Eigenschaften um im Fussball richtig gut zu werden?

  1. Ehrgeiz
  2. Selbstvertrauen
  3. Talent
  4. Wille
  5. Schnelligkeit
  6. Auffassungsvermögen
  7. Glück

Was können Sie jungen Spielern besonders ans Herz legen (zum Beispiel bestimmte Übungen), um sich technisch, taktisch, mental und konditionell zu verbessern?
Wichtig ist meiner Meinung nach, dass die Spieler gut ausgebildet sind und werden. Damit meine ich nicht, dass ein Spieler sämtliche Tricks der großen Spieler (Ronaldo, Robben, etc..) nachahmen können muss, sondern sie sollen sich auf die grundlegenden, wichtigen Sachen des Fußballspielens konzentrieren. Einen geraden Pass über 10 Meter zum Mitspieler spielen, so dass dieser sofort damit etwas anfangen kann. Vielen ist das zu langweilig und zu „unspektakulär“… Ich behaupte, dass ein Spieler, der im Passspiel keine Fehler mehr macht und dabei noch alles im höchsten Tempo ausführen kann, sehr gute Chancen hat nach oben zu kommen.

Man hört immer wieder, eine gesunde Ernährug sei sehr wichtig im Sport. Auf der anderen Seite gibt es Spieler, die sich weniger gesund ernähren und trotzdem Top-Leistungen erbringen. Was würden Sie zum Thema Ernährung im Fussball sagen?
Ernährung im Fußball ist wichtig um zum Beispiel Verletzungen vorzubeugen. Es erleichtert einen sicherlich in der ein oder anderen Situation sich besser zu fühlen… aber die Ernährung ist nur ein kleiner Baustein auf dem schweren Weg zum Profifussball.

Was wollen Sie noch alles als Trainer erreichen? Gibt es ein Traumziel?
Nein, es gibt kein Traumziel. Ich habe bis jetzt zwei Trainerstationen im Profibereich hinter mich gebracht und dabei zwei Extreme erlebt: Einen Aufstieg und (leider) einen Abstieg. Ich möchte mich immer weiterentwickeln und aus den Fehlern und dem Positiven sehr viel lernen.

Und noch eine letzte Frage: Was macht ein Fussballprofi eigentlich zwischen den Trainingseinheiten (Also wenn er kein offizielles Training hat)? Haben Sie damals auch mal ein Extratraining (also außerhalb des Mannschaftstraining) durchgeführt?

Die Individuelle Förderung jedes einzelnen Spielers ist im Fussball mittlerweile sehr wichtig. Ich plane die Trainingseinheiten mittlerweile in der Woche ungefähr so ein:

  • 5-6 Teameinheiten auf dem Platz
  • 2-3 individuelle Einheiten mit den verschiedenen Mannschaftsteilen (Sturm, Abwehr, etc)
  • 1-2 individuelle Einheiten mit Fitnesscoach, Mentaltrainer, Kraft- oder Sprinttrainer

Dazwischen steht es jedem Spieler natürlich frei mit seiner Freizeit das anzufangen wozu er Lust hat…

Hiermit bedanke ich mich herzlich im Namen von erfolgsfussballer.de für das spannende Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg auf Ihrer Trainerlaufbahn.

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Anmerkung

betreibt unter http://www.wueck.de/ eine eigene Internetseite. Vorbeischauen lohnt sich. Man kann dort einiges über seinen Werdegang als Fussballprofi nachlesen. Unter der Rubrik „Persönlich“ schreibt er auf mehreren Seiten über seine Erfahrungen im Fussball. Für mich selbst waren das wertvolle und außerordentlich spannende Infortmationen. Viel Spass beim durchstöbern :) .

Ich hoffe das Interview hat euch gefallen. Nun könnt ihr an dieser Stelle wie immer eure eigenen Kommentare abgeben, ob Feedback, Anregungen, Fragen oder Sonstiges. Viel Spass dabei :) .

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